Verantwortlicher Bootsführer

Aufgaben und Pflichten des Skippers

Der Skipper ist der oberste Kommandogeber an Bord einer Segelyacht – so wie ein Kapitän in der See- und Binnenschifffahrt. Mit dieser wichtigen Position innerhalb der Crew gehen eine Menge Verantwortung und viele verschiedene Aufgaben einher. Daher bedarf der Job des Skippers eines besonders erfahrenen und verantwortungsbewussten Seglers!

Ein guter Skipper ist verantwortungsbewusst und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Welche Verpflichtungen hat ein Skipper und welche Voraussetzungen muss er mitbringen? Auf der folgenden Seite erhalten Sie einen Überblick über die mannigfaltigen Aufgaben und das Verantwortungsgebiet eines Skippers. Außerdem liefern wir Ihnen Informationen über die Skipper-Versicherungs-Möglichkeiten. Und vielleicht haben Sie ja demnächst auch Lust, sich dieser großen Herausforderung an Bord zu stellen.

Skipper

Die Aufgaben des Skippers

Ein Skipper ist nicht nur bloß für die Steuerung und Navigation der Yacht zuständig. Er übernimmt gleichzeitig mehrere wichtige Aufgaben. Als Reiseleiter obliegt ihm die Planung der Zeiten auf See und der Pausen.

Diese Planung der Tagesetappen kann so manches Mal ganz schön nervenaufreibend sein. Immerhin möchte auch der Skipper auf ein entspanntes Klima an Bord hinarbeiten. So muss er versuchen, es der gesamten Crew Recht zu machen und zugleich die besten Bedingungen für die Route ausloten. Das bedeutet eine gesunde Mischung zwischen entspanntem Urlaub und der Arbeit auf See.

Unter diesem Aspekt verteilt der Skipper die Aufgaben an seine Crew an Bord. Jedes Crewmitglied bekommt seinen eigenen Verantwortungsbereich zugewiesen, den er nach bestem Gewissen, mit höchster Sorgfalt und dem jeweiligen Kenntnisstand bedienen muss. Hier obliegt dem Skipper auch die Aufgabe, jedes Crewmitglied individuell zu fördern und diesem neue Fähigkeiten beizubringen. Ein Skipper ist somit auch der weise Lehrer seiner Crew auf See.

Segelnder Skipper

Die Übernahme des Yachtcharters

Vor Übernahme des gecharterten Segelboots ist es meist die Aufgabe des Skippers, die Yacht gründlich zu inspizieren, um Mängel und beschädigte Stellen schon im Vorfeld aufzuzeigen. Für den erfahren Skipper ist dies meist Routine und sein geschultes Auge erkennt schnell und sicher sämtliche Mängel.

Ebenso ist es wichtig darauf zu achten, ob die gesamte gecharterte Ausrüstung komplett ist und ob sämtliche Papiere, Lizenzen, Betriebserlaubnisse sowie Schlüssel an Bord sind. Fehlt nämlich ein solches Dokument, kann dies im Nachhinein Ärger und Strafen nach sich ziehen. Daher sollte bei der Bootsübernahme stets mit äußerster Sorgfalt vorgegangen werden.

Die Verpflichtungen des Skippers

Neben den oben genannten Aufgaben hat ein Skipper auch wichtige, ethisch-moralische Verpflichtungen. Der Skipper trägt eine außerordentlich hohe Verantwortung für die Besatzung und das Schiff. Die Crew verlässt sich voll und ganz auf den Skipper. Irrt er sich und gibt falsche Kommandos, bringt er die ganze Seemannschaft in Gefahr.

Damit dies nicht passiert, ist der Skipper auch immer der Sicherheitsbeauftragte der Yacht. Vor dem Antritt des Segeltörns muss er daher sicherstellen, dass er die Crew in die wichtigsten Sicherheits- und Verhaltensregeln einweist und diese danach handelt.

Dazu gehören sowohl die Position der Bordapotheke, die Nutzung der Kombüse oder das korrekte Anlegen einer Schwimmweste. Das Verhalten bei Unfällen und Bränden sowie die Bedienung des Funkgeräts und der Signalpistole sind nur einige weitere wichtige Aspekte der Einweisung vor einem Segeltörn.

Außerdem erklärt der Skipper notwendige Manöver und die dabei zu beachtende Vorgehensweise.

Einweisungs-Checkliste

  • Schwimmwesten (Benutzung und Standorte)
  • Richtiges Ankern
  • Funkgerät benutzen
  • Bedienung des Gasherds
  • Feuerlöscher (Bedienung und Standorte)
  • Sicherungen an Bord (wann rausnehmen)
  • Mann-über-Bord-Verhalten
  • Verhalten bei Unfällen
  • Verhalten bei Bränden
  • Verhalten bei Erkrankung des Skippers
  • Verhalten an Deck

Hinweis

Es kann immer einmal passieren, dass der Skipper krankheitsbedingt den Törn nicht fortführen kann. Für diesen Fall muss die gesamte Crew bereits im Vorfeld einen geeigneten Ersatz bestimmen, der in diesem Fall das Kommando übernimmt und die Yacht in den nächsten Hafen steuert.

Dieser Ersatz kommt auch zum Tragen, wenn der Skipper bei einem Manöver über Bord geht. Bis zur Bergung des verunglückten Skippers hat der Ersatz die Kommandogewalt. 

Skipper-Versicherungen

Als nützlich erweisen sich für Skipper immer einige Versicherungen: Neben einer Skipper-Haftpflicht-Versicherung, die bei schuldhaft zugefügten Schäden greift, ist auch eine Skipper-Unfall-Versicherung für Schäden durch eigenes oder fremdes Verschulden empfehlenswert. Darüber hinaus regelt ein Crewvertrag die rechtliche Absicherung zwischen allen Mitseglern.

Doch in manchen Fällen reicht der Crewvertrag nicht aus. Im schlimmsten Fall haftet der Skipper mit seinem gegenwärtigen und zukünftigen Vermögen für sämtliche Schäden, die er anderen Personen (Insassenunfall) oder Sachen schuldhaft zufügt ebenso wie für Schäden durch fremdes oder eigenes Verschulden.

Welche Voraussetzungen muss ein Skipper erfüllen?

Skipper ist nicht gleich Skipper. Ein Hobby-Skipper, der mit der Segelyacht hauptsächlich im Küstenbereich, wie im Mittelmeer, der Nord- oder Ostsee unterwegs ist, benötigt andere Voraussetzungen, als ein Profi-Skipper auf offener See.

Der Werdegang zum Skipper beginnt mit den theoretischen Grundlagen des Segelns. Dies kann in einer Segelschule, beim Mitsegeln oder in einem Online-Kurs geschehen. Zudem bietet sich ein spezielles Skippertraining an. Hier werden grundlegenden Fertigkeiten und Aufgaben eines Skippers vermittelt und erlernt.

In der Segel-Praxis geht es in den ersten Törns vor allem um die korrekte Durchführung des theoretisch Erlernten auf dem Boot. Innerhalb seines Werdeganges absolviert der Skipper die entsprechenden Prüfungen und erwirbt notwendige Scheine zum Segeln.

Im Laufe einer Skipper-Karriere werden klassischerweise die Segelscheine in folgender Reihenfolge gemacht:

  1. Sportbootführerschein-See
  2. Sportküstenschifferschein
  3. Sportseeschifferschein
  4. Co-Skipper auf Überführungstörn
  5. Co-Skipper auf Ausbildungstörn

Für den Küstenbereich reichen die ersten beiden Führerscheine, ein professioneller Berufs-Skipper muss in seiner Ausbildung auch die anderen Scheine machen.

 

 

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