Einmal durch die Weltmeere, bitte:

Die Ketsch

Die Ketsch hat eine traditionsreiche Vergangenheit aufzuweisen. Auch die Takelungsart, die bis heute beibehalten wird, ist äußert historisch. Typisches Erkennungsmerkmal sind die zwei Masten von unterschiedlicher Höhe.

Führt eine Ketsch zwei Vorsegel, so geht sie als Kutter durch.

Der schwere Anderthalbmaster ist das perfekte Segelboot für lange Touren durch die Weltmeere. Trotz des hohen Gewichts benötigen Sie zur Steuerung des Segelboots nur eine kleine Mannschaft. Mit diesem Boots-Typ können Sie dem Alltag entfliehen und auf weiten Meeren Segeln.

Ketsch - Segeltörn

Was ist eine Ketsch?

Erfunden wurde die Ketsch im 17. Jahrhundert. Zunächst für die Fischerei und die Küstenschifffahrt in England, später als Lastenschiff zum Transport von Gütern. Die maximale Tragfähigkeit dieses Segelboot-Typs liegt bei etwa 50 Tonnen. Später wurden die vielen positiven Eigenschaften auch von Langstreckenseglern erkannt und schnell geschätzt. Heute ist die Ketsch ein beliebtes Schiff, um die Welt zu umrunden. 

Eine Ketsch ist, im Gegensatz zur Slup, ein Segelboot mit zwei Masten. Sie ähnelt daher eher der kultigen Yawl. Bei dem vorderen Mast handelt es sich um den Großmast

Der kleinere Mast nennt sich Besanmast. Dieser ist immer der hinterste Mast auf einem Segelboot. Aufgrund der Größenunterschiede der Masten wird ein solches Segelboot umgangssprachlich auch „Anderthalbmaster“ genannt. Charakteristisch für dieses ist die Anordnung des Besanmasts. Dieser liegt nämlich innerhalb der Konstruktions-Wasserlinie des Bootes. Insgesamt sind die Segel der Ketsch verhältnismäßig klein. Ein Vorteil dieser Ketschtakelung ist die Tatsache, dass die Segelschiffe durch die Anordnung der zwei Masten gezielt zur Selbststeuerung getrimmt werden können.

Tipp: Einmal bis ans Ende der Welt und wieder zurück. Diesen Satz können Sie mit einer Ketsch wortwörtlich in die Tat umsetzen. Der Langstreckensegler ist so konzipiert, dass Sie ihn mit wenig Muskelkraft steuern können. Durch den zweiten Masten ist die Ketsch jedoch teurer in der Anschaffung – eine Investition, die sich für abenteuerlustige Erkundungssegler jedoch auszahlen wird.

Besonderheiten der Ketsch

Die Ketsch ist ein Segelboot, mit dem Sie nach Lust und Laune die Welt besegeln können. Die Sicherheit und das Verhalten auf dem Wasser sowie der spezielle Ausbau des Segelboot-Typs tragen dazu bei, dass sie sich als Langstreckenboot eignet. Informieren Sie sich hier rund um ihre Besonderheiten.

Sicherheit auf dem Wasser

Durch ihr hohes Gewicht liegt die Ketsch sicher im Wasser. Die beiden Masten machen einen Großteil dieses Gewichts aus und verteilen es gleichmäßig auf Bug und Heck. So krängt das Boot bei Wellengang nur leicht und bleibt stabil. Die Ketsch trägt Sie sicher durch das Wasser und sorgt für einen angenehmen Törn.

Verhalten auf dem Wasser

Auf dem Wasser verhält sich das Boot verhältnismäßig ruhig. Das hohe Gewicht der Schiffsenden erhöht den Tiefgang und damit den Wasserwiderstand. Dadurch büßt das Segelboot jedoch auch an Geschwindigkeit ein und gleitet eher träge durch das Wasser.

Durch die zwei Masten und die besondere Stellung der Segel steuert sich das Segelboot wie von selbst. Die Masten sind günstig zur Gierachse ausgerichtet, sodass Sie die Takelung trimmen können und dadurch nur wenig in die Navigation eingreifen müssen. Die Ketsch kommt dabei ohne zusätzliche moderne Geräte aus, durch welche die Navigation heutzutage erleichtert wird. Sollte der Wind äußerst stark sein, so ist es während der Fahrt sogar möglich, das Großsegel einzuholen und nur mit dem hinteren Besansegel zu steuern.

Spezieller Ausbau

Die allgemeine Größe der Ketsch variiert, je nach Modell, stark. Häufig liegt die Länge des Segelbootes zwischen 10 bis 25 Metern. An der Größenordnung des Modells misst sich auch der Umfang der Innenausstattung, wie beispielsweise Kajüte, Kojen und Kombüse.

Der spezielle Ausbau einer jeden Ketsch ist grundlegend durch die anderthalb Masten geprägt. Ihre Segel sind dabei verhältnismäßig klein, sodass der Aufwand, diese zu setzen oder einzuholen, gering ist und mit wenig Kraftaufwand realisierbar ist.

Auf See: Ketsch

Für welchen Segler eignet sich eine Ketsch?

Durch die gleichmäßig verteilten Segelflächen fährt sich eine Ketsch äußerst angenehm. Von diesem Vorzug profitieren Anfänger mit wenig Segelerfahrung sowie Fortgeschrittene. Möchten Sie die ganze Welt besegeln und auf eine lange Entdeckungsreise gehen? Dann ist die Ketsch das passende Segelboot für Sie. Mit diesem Modell stehen Ihnen alle Optionen offen.

Zur Steuerung sind Sie nicht auf eine große Crew angewiesen, sondern können in kleiner Runde alle Arbeiten mit Leichtigkeit erledigen. Zwar müssen Sie zum Segelyacht Charter und zum Kauf eines solchen Bootes verhältnismäßig tiefer in die Taschen greifen, jedoch werden Sie diese Mehrausgaben garantiert nicht bereuen. 

Für welche Segelreviere eignet sich eine Ketsch?

Im 17. Jahrhundert wurde dieser Boots-Typ ausschließlich für die Fischerei, Küstenschifffahrten oder als Lastenschiff verwendet. Heute erfreut er sich großer Beliebtheit. Sollten Sie aus dem Alltag aussteigen und die Weltmeere besegeln wollen, so ist die Ketsch die richtige Wahl für Ihre Segelzwecke. Sie eignet sich für lange Strecken sowie tiefe Gewässer und erweist sich somit auch in Segelrevieren in Übersee als äußerst praktisch. Für das Segeln auf Ost- und Nordsee ist sie hingegen überqualifiziert. Bedenken Sie, dass ihr hohes Gewicht sich auch beim Ein- und Auswassern bemerkbar macht. Für kurze Segelausflüge eignet sich dieses Segelboot daher weniger.

Tipp: Durch ihr hohes Gewicht erreicht die Ketsch viel Tiefgang. Bei einem Törn mit dem traditionsreichen Segelboot sollten Sie sich daher an tiefe Gewässer halten und flache Wasserstände meiden!

Die Vor-und Nachteile einer Ketsch

Vorteile Nachteile
Für Reviere in Übersee geeignet Mehrarbeit durch mehr Segel, als beispielsweise Slup
Langstreckensegler Für Ost- und Nordsee eher überqualifiziert
Steuerung durch wenig Arbeitskraft Schlechtere Kurse zum Wind als andere Boots-Typen
Gute Vorwindeigenschaften Hohes Gewicht
Weniger Crewmitglieder zum Setzen der Segel notwendig Teurer durch zweiten Mast und zusätzliche Segel
Fährt sich angenehm Geringe Segelgeschwindigkeit
Selbstständige Steuerung möglich  

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