Erlaubnis zum Führen eines Segelboots

Der richtige Segelschein für Ihren Törn

Je nach Einsatzgebiet kommen für Sie unterschiedliche Segelscheine in Frage. Das breite Angebot kann dabei aber den besten Segler verwirren. Ihre eigenen Wünsche, die Gewässer und die Art des Boots weisen den Kurs.

Auf den folgenden Seiten finden Sie alles zum Thema Segelführerscheine: Von den unterschiedlichen Schein-Typen, über das Mindestalter und dem Prüfungs-Verlauf bis hin zum Kostenfaktor und der Frage nach dem Funkzeugnis finden Sie alle wichtigen Informationen auf einen Blick.

Schauen Sie sich in Ruhe um und finden Sie heraus, welcher Schein auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Welcher Segelschein für Sie der Richtige ist, ist abhängig davon, was Sie vorhaben.

Überblick über die Segelscheine

Es gibt in Deutschland fünf verschiedene amtliche Segelscheine mit unterschiedlichen Geltungsbereichen und Zulassungsvoraussetzungen. Einige Scheine sind in den entsprechenden Gewässern verpflichtend, andere stellen lediglich eine amtliche Empfehlung dar. Auf den folgenden Detailseiten stellen wir Ihnen nicht nur die wichtigsten Scheine, auch genannt die "großen Fünf", sondern auch den Jüngstenschein ausführlich vor:

Sportbootführerschein Binnen: Dieser Segelschein erlaubt Ihnen das Führen eines Segelbootes auf Binnengewässern. Lesen Sie bei uns alle Details.

Sportbootführerschein See: Grundvoraussetzung für das Segeln an Küsten und auf See. Wir erklären Voraussetzungen und Prüfungsinhalte.

Sportküstenschifferschein: Amtlich empfohlene Fahrerlaubnis für Küstengewässer. Bei uns erfahren Sie mehr zu Kosten und Geltungsbereich.

Sportseeschifferschein: Verpflichtend für das gewerbemäßige Führen von Segelbooten in Küstengewässern. Wir liefern Ihnen alle Infos!

Sporthochseeschifferschein: Sie möchten mit dem Segelboot gewerbemäßig auf allen Weltmeeren unterwegs sein? Dann ist der Sporthochseeschifferschein für Sie die richtige Wahl.

Jüngstenschein: Selbst die ganz Kleinen können sich mit dem Jüngstenschein den Traum vom Segeln erfüllen. Hier mehr Infos!

Funkzeugnis: Dieses Zeugnis berechtigt zur Ausübung des Seefunkdienstes. Mehr zu den Kosten und Prüfungsinhalten erfahren!

Segelscheine für Anfänger und Fortgeschrittene

Die Entscheidung, welcher Segelschein für Sie der Richtige ist, fällt bei der Vielzahl von angebotenen Scheinen nicht immer leicht. Vor allem Anfänger haben häufig Schwierigkeiten, sich bei der Fülle an verschiedenen Scheinen und deren Geltungsbereichen zurechtzufinden.

Wenn Sie sich noch unsicher sind, ob Sie überhaupt seetauglich sind, ist ein Grundkurs für Sie eventuell genau der richtige Einstieg in den Segelsport. Sie schnuppern erste Segelluft und sehen, ob Sie die Leidenschaft packt. Der weiterführende Nutzen eines solchen Grundkurses ist jedoch unter erfahrenen Seglern umstritten und wird häufig als unnötige Geldausgabe abgestempelt.

Anfänger, die zielgerichtet qualifizierende Segelscheine ablegen möchten, sollten entweder mit dem grundlegenden Sportbootführerschein Binnen oder See anfangen. Sie entscheiden also, ob Sie lieber im Binnen- oder Küstenbereich segeln lernen wollen.

Sollten Sie langfristig planen, auch die Küste zu besegeln, ist der Sportbootführerschein See zu empfehlen. Er ist für alle weiterführenden Scheine vorgeschrieben und erlaubt Ihnen, auch Motorboote und Segelyachten zu führen.

Fortgeschrittene Küstensegler können sich an die darauf aufbauenden Scheine wagen: den Sportküstenschifferschein und den Sportseeschifferschein. Mit diesen Scheinen dürfen Sie sowohl Motor- als auch Segelyachten fahren.

Abschließend lässt sich als Segelprofi der höchste Rang erklimmen: Der Sporthochseeschifferschein, der Sie berechtigt, Ausbildungsboote und Traditionsschiffe zu führen.

Amtliche und nicht-amtliche Segelscheine

Bei nicht-amtlichen Scheinen handelt es sich um freiwillige Scheine ohne jegliche rechtliche Bedeutung, die sich an interessierte Anfänger und Kinder richten und bei denen es vor allem um das Erlernen von ersten praktischen Segelfähigkeiten geht. Dazu zählen beispielsweise der Jüngstensegelschein, der Segel-Grundschein oder der sogenannte Katamaranschein.

Amtliche Segelscheine haben hingegen rechtliche und internationale Bedeutungen, die den Inhaber als geprüften Segler ausweisen.

Trotzdem sind auch einige amtliche Scheine an sich freiwillig, wenn sie nicht gewerblich genutzt werden.

Die Gültigkeit amtlicher Segelscheine

Segelschein Erlaubte Gewässer Erlaubte Bootstypen
Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen) Flüsse, Kanäle und Seen im Geltungsbereich der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung Sportboote unter Motor und Segel (keine gewerbsmäßige Verwendung; nicht länger als 15 Meter)
Sportbootführerschein See (SBF See) Küsten und Seen innerhalb der Drei-Seemeilen-Zone im Geltungsbereich der deutschen Seeschifffahrtsordnung Motorboote und Segelyachten
Sportküstenschifferschein (SKS) Küstengewässer bis zu einer Entfernung von 12 Seemeilen zur Küste Motor- und Segelyachten
Sportseeschifferschein (SSS) Küstengewässer bis zu einer Entfernung von 30 Seemeilen zur Küste Motor- und Segelyachten
Sporthochseeschifferschein (SHS) Unbegrenzt für alle Weltmeere Motor- und Segelyachten, Ausbildungsboote und Traditionsschiffe

Vorbereitung mit einem Segelkurs

Um einen Segelschein zu bekommen, kann es hilfreich sein, an einem Segelkurs teilzunehmen. Dieser ist zwar nicht verpflichtend, bereitet Sie aber umfassend auf die Segelscheinprüfung vor.

Viele reguläre Segelvereine bieten dazu Präsenzkurse an. Alternativ gibt es aber auch anerkannte Segel- und Yachtschulen, die auf die Ausbildungsleistung spezialisiert sind. Die Kursdauer kann variieren, weshalb Sie sich dort vorab informieren sollten.

Wenn Ihnen die selbständige Vorbereitung lieber ist, gibt es bei vielen Webportalen die Möglichkeit, einen vorbereitenden Grundsegelkurs online und gemütlich von zu Hause aus zu machen. Je nach Anbieter können die Sitzungen von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Monaten beanspruchen.

Das ist natürlich abhängig davon, ob Sie sich innerhalb kurzer Zeit sehr intensiv oder aber in regelmäßigen Zeitabständen peu à peu auf die Segelprüfung vorbereiten wollen. Beachten Sie zudem, dass sich die Onlineangebote auf die Vorbereitung für die Führerscheine SBF Binnen und SBF See beschränken. Einige Online-Kurse befassen sich nur mit der theoretischen Vorbereitung, andere enthalten zumindest auch eine kleine Praxiseinheit, die an einem Nachmittag abgehalten werden kann. Ob Sie einen rein theoretischen oder einen kombinierten Kurs wählen, bleibt grundsätzlich Ihnen überlassen.

Zum selbständigen Üben und Nachschlagen können Sie außerdem digitale Apps zu Rate ziehen, die Ihnen flexibel Zugang zu möglichen Prüfungsinhalten bieten. Eine solche App ersetzt jedoch keinen Kurs und ist nur zu Übungszwecken zu empfehlen.

Prüfung für den Segelschein: Theorie und Praxis

Jeder der fünf amtlichen Scheine wird Ihnen nach einer erfolgreichen Prüfung ausgestellt für die Sie sich beim nächstgelegenen Prüfungsausschuss für amtliche Sportbootführerscheine anmelden müssen. Damit Ihre Anmeldung genehmigt wird, müssen Sie einige Anforderungen beachten: Sie benötigen unter anderem ein aktuelles Lichtbild, einen gültigen Kfz-Führerschein sowie ein ärztliches Zeugnis für Sportbootführerschein-Bewerber . Obligatorisch ist zudem auch die Verrichtung einer Anmeldegebühr, die von den Prüfungsausschüssen individuell festgelegt wird und meist zwischen 50 und 80 Euro liegt. Je nach Segelschein können außerdem weitere Bedingungen anfallen, die Sie im Detail auf den Unterseiten zu den spezifischen Scheinen nachlesen können.

Einmal angemeldet, erwarten Sie ein theoretischer und ein praktischer Prüfungsteil. Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie die Einheiten gemeinsam oder getrennt ablegen. Abhängig vom angestrebten Schein können Sie die beiden Einheiten dann in einem Zeitrahmen von 12 bis 36 Monaten absolvieren.

Bei den Grundscheinen umfasst der Theorieteil einen Multiple-Choice-Katalog von rund 300 Fragen, während für die weiterführenden Scheine eine ausführlichere Bearbeitung der Fragestellung erforderlich sein kann. Die Theorie fragt unter anderem Wissen zu Themen wie Navigation, Seemannschaft, Schifffahrtsrecht, Wetterkunde, Fahrzeugführung, Umweltschutz und Radar ab.

Prüfung: Berechnungen mit Navigationskarte

Der praktische Prüfungsteil wird an Bord durchgeführt. Sie zeigen, dass Sie die scheinspezifischen Segelkenntnisse beherrschen und umsetzen können. Dazu führen Sie Manöver durch und zeigen, dass Sie das An- und Ablegen sowie das Wenden beherrschen. Sie setzen Segel, führen Knoten vor und beweisen sich unter verschiedenen Kursen und Winden. Die Aufgaben sind variabel in Art und Komplexität.

Einmal bestanden ist Ihr Segelschein dann wie der reguläre Kfz-Führerschein lebenslang gültig. Herzlichen Glückwunsch und allzeit gute Fahrt!

Segelschein: Welche Kosten kommen auf Sie zu?

Die Kosten für einen Segelschein sind abhängig von der Art des Scheins und den verschiedenen Vorbereitungsmöglichkeiten. Je nachdem, wie Sie Ihre Prüfungsvorbereitung gestalten, hat das großen Einfluss auf die anfallenden Kosten.

Der Betrag setzt sich aus den Kosten für die Ausbildung (wahlweise in einer Segelschule oder einem Online-Kurs), der Prüfungsgebühr der Zulassungsstelle, dem ärztlichen Attest und weiteren Nebenkosten zusammen.

Da jeder dieser Faktoren stark variieren kann, ist es schwer, eine allgemeingültige Aussage zu den Kosten eines Segelscheins zu treffen. Die durchschnittlichen Kosten liegen jedoch zwischen 150 bis 600 Euro.

Informieren Sie sich deshalb zunächst bei Ihrer Prüfungsstelle über die anfallenden Gebühren und vergleichen Sie Angebote zu den für Sie in Frage kommenden Vorbereitungskursen.

Segeln ohne Segelschein

Pflicht oder nicht?

Für Segelboote ohne Motor gibt es in Deutschland noch keine einheitliche Segelscheinpflicht. Es ist also nicht für jeden Törn zwingend ein Schein notwendig. Auf Länderebene gibt es jedoch verschiedene Regelungen zur Führerscheinpflicht, beispielsweise in Berlin ab 3 m² Segelfläche oder in Sachsen ab 6 m² Segelfläche. Für motorisierte Segelboote ab 15 PS sind sowohl auf Binnenschifffahrtsstraßen als auch in Küstengewässern die jeweiligen Sportbootführerscheine zwingend vorgeschrieben. Sie profitieren demnach in jedem Fall davon, die entsprechenden Segelscheine zu machen.

Zwar gilt der Sportführerschein Binnen nur auf Bundeswasserstraßen der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung und nicht für Küstenmeere und angrenzende Gewässer. Er bietet sich für absolute Segelanfänger dennoch an. Denn nur mit diesem Schein lernt man das Segeln von der Pieke auf.

Der Sportbootführerschein See hingegen gilt nur für motorisierte Boote. Sollten Sie also bereits über Segelerfahrungen verfügen und wollen Sie vor allem im Küstenbereich segeln, können Sie auch direkt den See-Schein in Angriff nehmen.

Freiwillige Scheine

Zu den freiwilligen Scheinen zählt der Sportküstenschifferschein. Hier lernen Sie das Führen von größeren Yachten im Küstenbereich. Außerdem kann man noch freiwillig den Sportseeschifferschein für Yachten in küstennahen Seegewässern und den Sporthochseeschifferschein für ein weltweites Segel-Vergnügen erwerben.

Zwar sind diese Scheine alle nur amtliche Empfehlungen, dennoch wird beispielsweise der Sportküstenschifferschein bei den meisten Vercharterern von Yachten benötigt, um Yachten überhaupt ausleihen zu können. Außerdem sind alle fünf international anerkannt und zeichnen Sie als geprüften Segler aus.

 

Viel Spaß beim Segeln lernen!

Weitere Informationen zu den Segelscheinen